Stadtbæuerin

Abenteuer Stadtwirtschaft

1 x 1 des Einkochens

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HerbstZeit ist EinkochZeit… na ja jedenfalls für viele Gemüse und so Sachen wie Apfelmus. Da ich immer wieder mal gefragt werde was wichtig ist und was man beachten muss, habe ich mal einige Punkte zusammen getragen. Ich weiß nicht genau, ob das vollständig ist, aber zumindest ist es ein Anfang 😉

1. Qualität
Verwendet bitte nur das Beste, den nur reifes, gesundes und sauberes Obst oder Gemüse sorgt für ein gutes Ergebnis. Ich habe in diesem Jahr selber z. B. unreife Nektarinen verarbeitet und das Ergebnis ist so lala… halt einfach kein Geschmack da.
Wenn ihr euch auf eure Sinne verlasst, in dem Fall vor allem Sehen, Riechen und Schmecken, dann werdet ihr ganz schnell eine gute Wahl treffen. Denkt einfach dran der Preis ist nicht alles.

2. Saisonware
Es ist wahr wir können heute noch im Dezember Erdbeeren im Supermarkt kaufen, aber schmecken euch die? Meist kommen sie aus Ägypten oder noch weiter weg (Stichpunkt unnötige Umweltbelastung durch weite Transportwege), wuchsen in einem Gewächshaus und schmecken auch entsprechend – oder eben nicht. Deswegen schaut doch einfach mal auf einen Saisonkalender – wenn es schnell gehen muss nehme ich die App von aid oder aber ich schaue mir den von Alnatura an, der ist soooo toll, weil man das einzelne Obst oder Gemüse noch anklicken kann.

3. Erhitzen
Obstkonserven, Fruchtsäfte, Marmeladen oder Ähnliches werden pasteurisiert – also auf unter 100 °C erhitzt. Gemüsekonserven und Relish werden sterilisiert  – also auf über 100 °C erhitzt.
Durch das Erhitzen werden Mikroorganismen wie Hefen, Schimmel und Essigbakterien abgetötet und so verhindert, dass es schnell verdirbt.
Außerdem werden Enzyme, welche Eingekochtes verfärben und unansehnlich aussehen lassen, durch das Erhitzen “ausgeschaltet”.

4. Gläser & Flaschen zwetschgenkompott
Ich mach da immer gar keinen großen Aufwand mit. Meistens stelle ich die Gläser kurz vorm Abfüllen noch einmal in die Spülmaschine und lass diese mit dem 30 Minuten Programm durchlaufen. Wenn ich nur ganz wenig Gläser habe, wasche ich sie einfach einmal kurz mit heißem Wasser aus. Egal wie ich es gewaschen habe, so achte ich natürlich darauf, dass keine Verunreinigungen mehr drauf sind. Und trocknen darf alles kopfüber.
Die Deckel schmeiße ich in einen Topf mit Wasser und koche sie kurz auf.
Wenn man das Einzumachende dann ganz heiß (min. 80 °C) abfüllt, die Gläser gleich verschließt und für etwa 5 Minuten auf den Kopf stellt, dann funktioniert das Einwandfrei 🙂 Wichtig ist nur darauf zu achten, dass die Ränder nicht “beschmaddert” sind 😉

5. Lagerung
In den Medien hören wir ja immer wieder vom Mindesthaltbarkeitsdatum und ja, wie der Name schon sagt ist dies das Datum bis wann etwas mindestens haltbar ist. In vielen Fällen kann es weit überschritten werden ohne das etwas passiert. Also bitte bitte verlasst euch hier auf euren Menschenverstand und vor allem auf eure Sinne.
Dennoch muss man auch bei der Lagerung ein wenig aufpassen, denn Licht und Wärme schaden dem Einkochgut. Also lagert eure Aufstriche, Gemüse & Co möglichst dunkel und kalt. Wenn mich jmd. fragt wie lange den nun meine Marmelade etc. hält sage ich immer mindestens 1 Jahr… ich selbst habe aber welche im Keller die schon über 2 Jahre alt sind und damit ist gar nichts.
Übrigens alles was über 15 % Alkohol hat, hält sich nahezu ewig – nur falls jmd. selbst Likör macht 😉

Last but not least: Wann ist etwas verdorben?

Schimmel: er ist ganz klar zu erkennen und wann immer sich Schimmel bildet, ist das Produkt zu entsorgen. Ich gehe sogar soweit, dass ich dann das komplette Glas mit Deckel entsorge – sicher ist sicher 😉

Gasbildung: auch die erkennt man meistens leicht, da sich die Deckel anfangen zu wölben und es komisch riecht – auch hier bleibt nur noch die Tonne.

Veränderung der Farbe: na ja wie ich oben geschrieben habe, schadet Licht. Meistens sieht man das vor allem bei roten und grünen Früchten, das verändert sich dann so hässlich braun. Das sieht nicht schön aus, das ist aber auch alles. Das Produkt ist nach wie vor genießbar.

Änderung des Geschmacks entsteht meistens durch zu lange Lagerung. Öle werden z. B. ranzig oder bitter. Meistens ist das aber nicht das einzige Merkmal. Daher wann immer etwas komisch schmeckt – weg damit. Wie gesagt verlasst euch auf eure Sinne und euren Verstand 🙂

Irgendwie ist da doch eine ganze Menge zusammen gekommen. Ich hoffe es ist hilfreich und bringt euch weiter 🙂 Wenn euch noch was einfällt oder ihr was wissen wollt, dann schreibt mir gern oder lasst mich an eurem Wissen teilhaben.

Ich wünsche euch eine schöne HerbstZeit und damit auch EinkochZeit,

eure Stadtbæuerin

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